Unsere Wildbienen-Behausung zieht um………….. 1.Teil

Der erste Versuch

 

Im letzten Frühling haben wir eine Wildbienen-Nisthilfe gebaut. Als Gerüst dienten 4 Eichenstämme und das Dach wurde mit Ziegeln gedeckt.

Für die eigentliche Behausung haben wir hunderte von Löchern in 4 Eschenstämme  gebohrt. Auch ins Eichengerüst haben wir gebohrt.

Das Hotel hatten wir direkt vor die Hauswand gestellt, so dass es von Wind und Regen einigermassen geschützt war. Wir mussten auch gar nicht lange warten, bis die ersten Gäste kamen und sich eine passende Zimmergrösse auswählten.

Bienen und andere Interessenten

Doch nicht nur Bienen interessierten sich für die neue Behausung. Auch Spinnen fanden Gefallen an den praktischen Versteckmöglichkeiten. Es gab diverse Wespenarten, die sich als Bruträuber entpuppten. Ja sogar einige Mauereidechsen versuchten die landenden und startenden Bienen zu erwischen.

Was sich aber wohl am ungünstigsten auswirkte war die Lage des Hotels. Die volle Besonnung war erst gegen Mittag erreicht und erst dann wurden die Benutzer so richtig aktiv.

Als der Herbst kam und die Bienen ihren Flug einstellten waren wir ziemlich enttäuscht über die Belegung der Eschenstämme. Viele Bohrlöcher waren leer geblieben. Einzig in den markhaltigen Stängeln, die aufrecht in 2 Behälter standen, war eine starke Belegung festzustellen.

Deshalb haben wir uns entschlossen das Bienenhaus umzusiedeln.

Und heute war es soweit: Vorsichtig haben wir die bewohnten Stämme aus dem Haus gehoben und sie daneben in der gleichen Lage aufgestellt. Darauf haben wir die Anlage demontiert und am neu gewählten Standort wieder aufgebaut. Jetzt steht das Hotel auf einer Kiesfläche, direkt neben dem Garten. Auf dieser Fläche blühen im Sommer viele einheimische Blumen, wie Wiesensalbei, Königskerzen, Wegwarte uvm.

Vorsichtig haben wir die Holzstücke wieder ins Haus gestellt und etwas befestigt, dass sie bei einem Sturm nicht umkippen können. Auch die Markstängel wurden wieder vertikal plaziert.

Da es in der oberen Etage noch freien Platz gab, habe ich einen alten Kastanienbalken benutzt, um zusätzliche Bohrlöcher anzubringen. Ich benutzte Schlangenbohrer der Grösse 3, 4, 5, 6mm, sowie einen normalen 8mm Holzbohrer.

Schlangenbohrer für die Bohrungen bei Bienenisthilfe

Und hier steht also unser Wildbienen-Behausung jetzt!

Es ist Anfang März. Im Garten und auf der Wiese gibt es noch keine Blüten und auch die Wildbienen sind noch nicht erwacht. Doch das wird nicht mehr lange so sein und ich bin sehr gespannt, wie den Bienen die neue Wohnlage gefällt.

Tipps für den Bau einer Wildbienen-Behausung

Hier noch ein paar Tipps, falls du dir auch eine Wildbienen-Nisthife zulegen möchtest:

  • Verwende nur gut gelagertes Hartholz, z.B. Esche, Eiche , Kastanie
  • Bohre ins Längsholz, nicht ins Hirnholz, was du an den Jahrringen erkennst. Beim Hirnholz entstehen schnell Risse, die von aussen gegen das Herz zulaufen. Darin bildet sich Feuchtigkeit und es kommt zu Pilzbefall.
  • Halte einen Abstand von 1-2cm zwischen den Bohrlöcher, so entstehen weniger Risse.
  • Die Bohrtiefe liegt bei 4-10cm, je grösser der Bohrer umso tiefer die Bohrung, Bohrungen dürfen nicht durchgehend sein.
  • Der Eingang sollte noch etwas nachgeschliffen werden, damit sich die Biene nicht verletzt.
  • Markhaltige Stängel sollten immer aufrecht stehen , nicht liegen.
  • Die Nisthilfe sollte wind- und regengeschützt sein.
  • Das schönste Bienenhaus bringt keinen Nutzen, wenn kein Nektar- und Pollenangebot zur Verfügung steht. Besonders wertvoll sind einheimische Pflanzen, weil sie nicht nur den Bienen, sondern vielen weiteren Insektenarten nutzen.

Gutes Gelingen!

Eli

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Ein toller Bericht! Vielen Dank für die wertvollen Tipps zum Bauen eines eigenen Bienenhauses. Dies hilft mir sehr beim Bau unseres eigenen Bienlihuus 🙂 es macht Spass, deine Blogs zu lesen!
    Liebe Grüsse
    Veronique

  2. Liebe Eli, lieber Roger
    Einfach super toll! Die Umsetzung, die Erklärung mit den ansprechenden Profifotos! Hätte Timm nicht schon ein eigenes Bienenhotel gemacht, so wäre das die ideale Vorlage für uns👍🏻Herzlichen Dank! Anita und Timm

  3. Hallo liebe Eli
    Mega toll deine Seite und sehr anregend. Es macht richtig Lust mit den Kindern selber aktiv zu werden und Puppen herzustellen. Werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
    Meine Kleine hat ja bei dir schon eine Puppe machen dürfen, welche auch in unserem neuen Heim wieder lieblich aufgestellt wurde.
    Liebe Grüsse
    Michelle, Melanie, Simi und Heidi

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